Titus Stahl

Neue Publikation: Axel Honneth / Titus Stahl: Wandel der Anerkennung

Axel Honneth / Titus Stahl: “Wandel der Anerkennung. Überlegungen aus gerechtigkeitstheoretischer Perspektive” (German) in: Axel Honneth, Ophelia Lindemann, Stephan Voswinkel (Hrsg.): Strukturwandel der Anerkennung. Frankfurt a. M.: Campus, 2013, S. 275-300.

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English abstract: How are changes in the social order of recognition to be evaluated normatively? We argue that the conventional means of liberal philosophical theories of justice are insufficient to answer this question. This is for three reasons: First, relations of recognition are neither basic rights nor distributable goods, but rather constitutive for the meaning of those rights and goods which constitute the object domain of distributive theories of justice. Second, relations of recognition provide the framework for many questions of justice, outside of which they make no sense. Third, the focus of contemporary theories of justice on basic rights risks supporting colonialization tendencies of purely legal forms of recognition. As an alternative, we discuss hermeneutic theories of justice and a conception of social freedom as inclusion and individualization.

Deutsche Zusammenfassung: Wie können Veränderungen der Anerkennungsverhältnisse normativ bewertet werden? Die herkömmlichen Mittel der dominanten liberalen Gerechtigkeitstheorie versagen hier aus drei Gründen: Erstens sind Anerkennungsbeziehungen kein verteilbares Gut, sondern vielmehr konstitutiv für die Bedeutung von Gütern und Rechten, also für den Gegenstand distributiver Gerechtigkeit. Zweitens stellen Anerkennungsbeziehungen den Rahmen dar, in dem sich viele Gerechtigkeitsfragen erst stellen. Drittens droht der Fokus gegenwärtiger Gerechtigkeitstheorien auf Rechte und Verteilung Kolonialisierungstendenzen rechtlicher Anerkennung zu befördern. Als eine Alternative werden sowohl hermeneutische Theorien der Gerechtigkeit als auch eine Vorstellung sozialer Freiheit als Inklusion und Individualisierung diskutiert.