Titus Stahl

Nebenkläger: Hessisches LfV könnte von NSU-Plänen gewusst haben

Die Welt berichtet von einem neuen Verdacht der Nebenkläger-Anwälte im NSU-Prozess gegen einen hessischen Verfassungsschutzbeamten:

Der Beamte Temme befand sich zur Tatzeit am 6. April 2006 in Yozgats Internetcafé, als der Anschlag verübt wurde. Die Anwälte schreiben, dass Temme “konkrete Kenntnisse von der geplanten Tat, der Tatzeit, dem Tatopfer und den Tätern hatte”. Dies gehe aus der erneuten Auswertung der abgehörten Telefongespräche von Temme hervor, dessen Anschlüsse vom 19. April 2006 bis zum 23. September 2006 von der Polizei überwacht wurden.

Weiter wollen die Juristen beweisen, dass Temmes Dienstherr, das hessische Landesamt für Verfassungsschutz, davon wusste und die Ermittlungen der Polizei systematisch blockierte.