Titus Stahl

Deutsche Publikationskultur und Tagungsbände

Ein interessanter Artikel von Gerd Schwerhoff in der FAZ über die Probleme mit der Praxis der deutschen Geisteswissenschaften, Beiträge in Tagungsbänden zu veröffentlichen, die oft heterogen sind und die die Publikationen nicht optimal der Öffentlichkeit zugänglich machen, sowie zu einer Überlastung der Wissenschaftler/-innen führen.

Ein gangbarer Weg wäre aus meiner Sicht die Entkopplung des Tagungszirkus vom Markt der Druckmedien, indem eine Tagungsdokumentation via Internet im Open Access Verfahren obligatorisch gemacht wird. Binnen weniger (drei, höchsten sechs) Monate sollten die Manuskripte der jeweiligen Tagung, versehen mit den notwendigsten Anmerkungen und Nachweisen sowie aufgrund des Tagungsdiskussion inhaltlich revidiert, ins Netz gestellt werden. Den Verpflichtungen gegenüber Wissenschaft und Gesellschaft wären Genüge getan, die Ergebnisse stünden der Öffentlichkeit im Kern sogar schneller und umfassender zur Verfügung als heute.