Titus Stahl

Habermas: Warum Merkels Griechenland-Politik ein Fehler ist

Jürgen Habermas über die Griechenlandkrise:

Stattdessen bestehen die Gläubiger auf der Anerkennung eines Schuldenberges, den die griechische Wirtschaft niemals wird abtragen können. Wohlgemerkt, es ist unstrittig, dass ein Schuldenschnitt über kurz oder lang unvermeidlich ist. Die Gläubiger bestehen also wider besseres Wissen auf der formellen Anerkennung einer tatsächlich untragbaren Schuldenlast.

Insgesamt ein guter Artikel, auch wenn unklar ist, wieso Habermas Syriza kritisiert:

Die linke Regierung hätte ganz im Sinne des wirtschaftswissenschaftlichen Nobelpreisträgers eine keynesianische Entmischung der Merkel’schen Medizin vornehmen und alle neoliberalen Zumutungen konsequent zurückweisen können; aber gleichzeitig hätte sie ihre Absicht glaubhaft machen müssen, die fällige Modernisierung von Staat und Wirtschaft durchzuführen, einen Lastenausgleich vorzunehmen, Korruption und Steuerflucht zu bekämpfen usw.

Wenn man sich die aktuellen Vorschläge von Yanis Varoufakis durchliest, scheint dies doch genau das zu sein, was die griechische Regierung macht.