Titus Stahl

Bundestag beschließt Vorratsdatenspeicherung - Metadaten können aber kinderleicht vermieden werden

Der Bundestag hat heute mit den Stimmen von SPD und CDU die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt – obwohl die entsprechende EU-Richtlinie nicht mehr gilt und keinerlei Nutzen für die Verbrechensabwehr bekannt ist. In der Neuauflage ist zudem der Paragraph der “Datenhehlerei”, der sich offensichtlich gezielt gegen Whistleblower richtet. Wie nun bekannt wurde, werden bei SMS nicht nur Metadaten, sondern auch Inhalte erfasst.

Jede/r einigermaßen intelligente Verbrecher/in kann dieser Überwachung natürlich leicht entgehen, indem einfach zu bedienende Software benutzt wird. Da das vermutlich auch für Leute gelten sollte, die nichts Illegales tun, kann man sich bei Netzpolitik.org unter der Überschrift “Digitale Selbstverteidigung gegen Vorratsdatenspeicherung: Wie man Metadaten vermeidet” informieren:

Wir nehmen das zum Anlass, einige Tools aus dem Werkzeugkasten der digitalen Selbstverteidigung vorzustellen. Schließlich kann es keine Selbstverständlichkeit sein, die anlasslose, verdachtsunabhängige Massenüberwachung einfach hinzunehmen.

Kurz zusammengefasst, kann man die VDS in folgender Weise zumindest teilweise umgehen:

Durch diese Methoden hinterlässt man zumindest bei diesen Aktivitäten keine Metadaten. Natürlich erfassen die Netzbetreiber von jedem Handy, ob Smartphone oder nicht, immer noch permanent den Standort. Unfreie Betriebssysteme wie Windows und MacOS haben auch viele Funktionen, bei denen Daten über das Internet ausgetauscht werden, die nicht durch die oben beschriebenen Maßnahmen vermieden werden.

Der Verein Digitalcourage will übrigens gegen die Vorratsdatenspeicherung Verfassungsbeschwerde einlegen. Diese Klage kann man online unterstützen.