Titus Stahl

Stellungnahme der DGS zu Beschäftigungsverhältnissen in der Wissenschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie hat eine bewundernswert deutliche Stellungnahme zu Beschäftigungsverhältnissen in der Wissenschaft veröffentlicht:

Die seit jeher hohe berufliche Unsicherheit hat in den letzten Jahren noch einmal drastisch zugenommen. Die Zuspitzung der Wettbewerbssituation um die Professur als einzige langfristige Karriereoption ist angesichts der Internationalisierung und Pluralisierung im Feld der Wissenschaft nicht nur völlig unsach- und unzeitgemäß, sie nimmt zudem inzwischen dysfunktionale und destruktive Formen an, die letztlich immer mehr sehr gut ausgebildete, talentierte und engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausschließen.

Diese Entwicklungen sind gestalt- und steuerbar. Lange Zeit ließ sich die Aufgabenverteilung zwischen Bund und Ländern als Erklärungsansatz für manche Blockade heranziehen. Spätestens aber seit der Lockerung des Kooperationsverbots im November 2014 und der entsprechenden Grundgesetzänderung ist jedoch der Weg für ein stärkeres Engagement des Bundes frei. Die DGS schließt sich der Forderung der Hochschulrektorenkonferenz nach einer Ausweitung der Grundfinanzierung und mehr unbefristeten Stellen sowie den Empfehlungen des Wissenschaftsrats zu einer Neuordnung der Karrierewege in der Wissenschaft durch die Einführung von Tenure-Track-Professuren, einen Zuwachs an Professuren insgesamt und die Etablierung des Karriereziels einer unbefristeten Beschäftigung als Wissenschaftler/in auch jenseits der Professur an.